Antifaschismus als pseudomoralische Basis des Linksextremismus

Antifaschismus als pseudomoralische Basis des Linksextremismus – Die Entwicklung von 1945 bis 1968

Hans-Helmuth Knütter

In der gerade erschienenen Neuveröffentlichung des zentralen Werkes von Professor Hans-Helmuth Knütter: “Die Faschismuskeule” wird diese als “Herrschaftsinstrument der Linken” analysiert. Was nämlich in der Erstausgabe des Werks noch als ein “letztes Aufgebot” der an der deutschen Wiedervereinigung und durch den Untergang des Sowjetsystems völlig gescheiterten Linken erschien, hat sich zwischenzeitlich als maßgebliches Herrschaftsinstrument linker Politik, gewissermaßen als Fortsetzung der „DDR“ in der Bundesrepublik Deutschland etabliert.

Der hiermit online gestellte Aufsatz stellt die Vorgeschichte dieser Entwicklung im Zeitraum 1945 und 1968 dar. Dabei wird die zentrale Frage beantwortet, warum der Linksextremismus trotz der massiven politisch-militärischen Bedrohung durch die Sowjetmacht und ihren Satrapen „DDR“ in den 1960er Jahren eine solche Bedeutung gewinnen konnte. Die Antwort ist klar und eindeutig: durch den Antifaschismus. Er diente als (pseudo-)moralisches Instrument, die Ziele und Methoden der Linksextremen zu tarnen und die Unbedarften aus den sozialdemokratischen, gewerkschaftlichen und kirchlichen Bereichen einzuwickeln. „Wir alle müssen doch gegen Faschismus und Krieg sein“ – und schon saßen sie mit den Kommunisten sowjetischer Prägung in einem Volksfrontboot. Es gab die Zeit der antifaschistisch begründeten Volksfront während des Krieges 1941–1945, die noch bis 1946 andauerte. Die Entnazifizierung sollte von Sozialdemokraten und Kommunisten als „künstliche Revolution“ gegen das Bürgertum mißbraucht werden. Das Vorhaben scheiterte vor allem am Ost-West- Konflikt, der 1948 in voller Schärfe ausbrach und alle anderen Konflikte zurückdrängte. Erst zu Beginn der sechziger Jahre, als die Phase des Aufbaus durch eine Zeit der Stagnation abgelöst wurde, gewann der Linksextremismus erneut Einfluß. Wieder diente der Antifaschismus als unverdächtiges, weil moralisch getarntes Vehikel linksextremer Infiltration.

Ein wesentlicher Aspekt für den Erfolg des Antifaschismus als Vehikel des Linksextremismus stellt die defensive Haltung des bürgerlichen Lagers dar. So wurde zwar erkannt, daß die antifaschistische Bewältigung der Vergangenheit zum Vorwand für eine sozialistische Umgestaltung der Gesellschaft dienen sollte, trotzdem hat sich die CDU nie tiefergehend mit dem instrumentellen Gebrauch des Antifaschismus befaßt, so daß von ihrer Seite im wesentlichen defensiv reagiert wurde. Diese defensive Haltung, die in dem Beitrag herausgestellt wird, hat im Zeitraum, der im vorliegenden Beitrag nicht mehr dargestellt ist, aber Gegenstand der Neuausgabe der „Faschismuskeule“ ist, der Gesamtlinken die ideologische Machtausübung erleichtert. Obwohl die Linke keine parlamentarische Mehrheit erreicht, ist die bundesdeutsche Ideologiepolitik in einer Weise von der Linken geprägt als hätte sie absolute Parlamentsmehrheiten hinter sich. Dies kann nur auf die pseudomoralische Einschüchterungswirkung zurückgeführt werden, die von der Faschismuskeule ausgeht. Diese Vorgehensweise war schon im Zeitraum 1945 bis 1968 erfolgreich und hat sich seit der deutschen Wiedervereinigung, welche eigentlich eine zentrale Niederlage der Linken markiert, zum Herrschaftsinstrument einer linken Minderheit entwickelt.

Hinweis
Die vorliegende Abhandlung ist dem von Hans Helmuth Knütter / Stefan Winckler im Jahr 2002 herausgegebenen „Handbuch des Linksextremismus. Die unterschätzte Gefahr“ entnommen. Die Redaktion von www.links-enttarnt.de dankt dem Leopold Stocker Verlag, Graz, für die Freigabe des Beitrags zur Online-Stellung auf dieser Internetseite.

Hans-Helmuth Knütter, Stefan Winckler (Hrsg.)
Handbuch des Linksextremismus – Die unterschätzte Gefahr
Leopold Stocker Verlag, Graz, gebunden, 260 Seiten, 1. Auflage 2002
ISBN-10 : 370200968X, ISBN-13 : 978-3702009687
Das Buch ist in der Regel nur noch antiquarisch erhältlich, gelegentlich hier

Wesentliche Aspekte des vorliegenden Aufsatzes werden in dem kürzlich neu erschienenen Werk des Verfassers:
Die Faschismuskeule. Herrschaftsinstrument der Linken, vertieft behandelt. Dieses Werk stellt gewissermaßen die Fortsetzung des vorliegenden Beitrags dar.

Hans-Helmuth Knütter
Die Faschismuskeule. Herrschaftsinstrument der Linken
Berliner Schriften zur Ideologienkunde, Band 6 (2018)
240 S., brosch., 15 Euro, ISBN: 978-3-939869-66-5
Erhältlich hier

„Antifaschismus als pseudomoralische Basis“